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Panoptikum

Svätopluk Mikyta – Kollektive Bewegung – Originalcollage

Svätopluk Mikyta – Kollektive Bewegung – Originalcollage

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Werkbeschreibung

Eine lange Reihe von Menschen in synchroner körperlicher Bewegung bildet den Ausgangspunkt dieser Originalcollage von Svätopluk Mikyta. Die historische Schwarz-Weiß-Aufnahme entfaltet einen Rhythmus wiederkehrender Körperhaltungen, dem eine großflächige schwarze geometrische Überlagerung gegenübersteht. Sie verdeckt den oberen Teil der Fotografie und verändert das Verhältnis zwischen figürlicher Darstellung und abstrakter Ordnung.

Die Wiederholung der Körper und die geschlossene schwarze Fläche erzeugen eine konzentrierte bildnerische Spannung. Wo die fotografische Vorlage Bewegung und räumliche Staffelung vermittelt, setzt der künstlerische Eingriff eine strenge, flächige Form dagegen. Sichtbares und Verdecktes werden gleichermaßen zu Bestandteilen der Komposition. Die historische Aufnahme erscheint dadurch nicht mehr allein als Dokument, sondern als Bild, dessen Aussage sich durch Überlagerung verschieben lässt.

Das Motiv erinnert an organisierte Turn- und Gymnastikveranstaltungen des 20. Jahrhunderts. Als mögliche historische Bezugspunkte kommen die tschechoslowakischen Spartakiaden oder die Sokol-Turnbewegung in Betracht. Im Zusammenhang solcher gemeinschaftlichen Körperübungen lässt sich die synchrone Bewegung als Ausdruck kollektiver Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Disziplin lesen. Daraus ergibt sich jedoch keine gesicherte Zuordnung: Die konkrete Veranstaltung und die ursprüngliche Bildquelle sind bislang nicht nachgewiesen. Sokol und Spartakiaden werden hier als mögliche Bezugspunkte genannt, nicht als gleichzusetzende historische Zusammenhänge.

Vor diesem offenen Hintergrund lässt sich Mikytas Arbeit als Auseinandersetzung mit kollektiver Identität, politischer Inszenierung und der Veränderbarkeit historischer Bildaussagen betrachten. Die schwarze Überlagerung unterbricht die Lesbarkeit der Vorlage und macht zugleich deren formale Ordnung sichtbar. Zwischen fotografischer Erinnerung und geometrischer Abstraktion entsteht ein Werk, das zur genauen Betrachtung der Beziehungen von Individuum, Gemeinschaft und Bild einlädt.

Werkdaten

  • Künstler: Svätopluk Mikyta (geb. 1973)
  • Bezeichnung: Kollektive Bewegung
  • Werkart: Originalcollage
  • Technik: Künstlerisch bearbeitete historische Bildvorlage mit schwarzer geometrischer Überlagerung auf Papier
  • Maße: 31 × 23 cm
  • Datierung: Nicht gesichert
  • Präsentation: Gerahmt, hinter Glas und mit Passepartout

Künstlerbiografie

Svätopluk Mikyta wurde 1973 in Čadca in der Slowakei geboren. Er studierte an Kunsthochschulen in Bratislava und Stuttgart. Bekannt ist er für die Transformation historischer Fotografien, Druckgrafiken und Buchillustrationen durch Überzeichnungen, Farbflächen und geometrische Eingriffe.

Seine Bearbeitungen eröffnen neue Lesarten bestehenden Bildmaterials und rücken das Verhältnis von Geschichte, kollektiver Erinnerung und visueller Darstellung in den Blick. Die Spannung zwischen überlieferter Bildordnung und gegenwärtigem künstlerischem Eingriff prägt auch die hier beschriebene Arbeit. 2008 erhielt Mikyta den Oskár-Čepan-Preis.

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