Panoptikum
Lotte GERSON-COLLEIN (1905-1995) s/w Fotografie "Seeigel und Schatten einer Krebsschere" (1928)
Lotte GERSON-COLLEIN (1905-1995) s/w Fotografie "Seeigel und Schatten einer Krebsschere" (1928)
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Lotte Gerson-Collein (1905-1995) – "Seeigel und Schatten einer Krebsschere" (1928)
Ein außergewöhnliches Zeugnis der fotografischen Avantgarde der Weimarer Republik: Die Schwarz-Weiß-Fotografie "Seeigel und Schatten einer Krebsschere" von Lotte Gerson-Collein aus dem Jahr 1928. Späterer Silbergelatineabzug der Galerie am Sachsenplatz (um 1970), vergrößert vom originalen Glasnegativ.
Lotte Gerson-Collein – Pionierin der Neuen Sachlichkeit
Lotte Gerson-Collein (1905-1995) war eine deutsche Fotografin, die in den späten 1920er Jahren zur fotografischen Avantgarde in Leipzig gehörte. In einer Zeit, als Fotografie als eigenständige Kunstform noch um Anerkennung kämpfte, schuf sie experimentelle Arbeiten, die sich durch präzise Komposition und innovative Lichtführung auszeichneten.
Als Frau in der männlich dominierten Kunstszene der Weimarer Republik entwickelte Gerson-Collein eine eigenständige Bildsprache, die Elemente der Neuen Sachlichkeit mit surrealistischen Ansätzen verband. Ihre Arbeiten dokumentieren den Aufbruch der Fotografie in die Moderne.
"Seeigel und Schatten einer Krebsschere" – Poetik des Alltäglichen
Diese Fotografie aus dem Jahr 1928 zeigt Gerson-Colleins meisterhafte Beherrschung von Licht und Schatten. Die Kombination aus dem organischen Objekt des Seeigels und dem dramatischen Schatten einer Krebsschere schafft eine surreale Komposition, die zwischen Dokumentation und künstlerischer Inszenierung oszilliert.
Die Arbeit ist charakteristisch für die fotografische Avantgarde der späten 1920er Jahre, als Fotografen begannen, alltägliche Objekte durch ungewöhnliche Perspektiven und Lichtführung zu verfremden. Gerson-Collein transformiert Naturformen in abstrakte Bildstrukturen und schafft damit eine zeitlose ästhetische Spannung.
Details
- Künstlerin: Lotte Gerson-Collein (1905-1995)
- Titel: "Seeigel und Schatten einer Krebsschere"
- Jahr: 1928
- Technik: Schwarz-Weiß-Fotografie, Silbergelatineabzug
- Entstehung des Abzugs: Um 1970, Galerie am Sachsenplatz, Leipzig
- Vergrößerung vom originalen Glasnegativ von 1928
- Bildmaß: 39 × 28,5 cm
- Rahmenmaß: 49,5 × 39 cm
- Verso auf dem Galerienetikett signiert und bezeichnet
- Zustand: Sehr gut
- Preis inkl. Rahmen
Kunsthistorischer Kontext – Die Weimarer Republik
1928 war ein Schlüsseljahr für die fotografische Moderne in Deutschland. Die Neue Sachlichkeit hatte sich als dominante Strömung etabliert, und Fotografen wie Albert Renger-Patzsch, Karl Blossfeldt und August Sander prägten eine neue, objektive Sichtweise auf die Welt.
Gerson-Collein arbeitete in Leipzig, das neben Berlin ein wichtiges Zentrum der fotografischen Avantgarde war. Ihre Arbeiten entstanden in einem Umfeld experimenteller Fotografie, das von der Bauhaus-Ästhetik und der Neuen Sachlichkeit beeinflusst war.
Die Galerie am Sachsenplatz, Leipzig
Der vorliegende Abzug wurde um 1970 von der renommierten Galerie am Sachsenplatz in Leipzig angefertigt – direkt vom originalen Glasnegativ von 1928. Diese Galerie spielte eine wichtige Rolle bei der Wiederentdeckung und Würdigung der fotografischen Avantgarde der Weimarer Republik in der DDR.
Abzüge, die direkt von den Originalnegativen angefertigt wurden, sind von besonderem Wert, da sie die ursprüngliche Bildqualität und Intention der Künstlerin authentisch wiedergeben.
Für Sammler
Dieses Werk bietet mehrere interessante Aspekte für Sammler:
- Weibliche Fotografin – Werke von Fotografinnen der Weimarer Republik sind selten und gewinnen zunehmend an Anerkennung
- Historische Bedeutung – Wichtiges Dokument der fotografischen Avantgarde von 1928
- Vintage Print – Abzug um 1970 vom Originalnegativ, keine moderne Reproduktion
- Leipziger Schule – Teil der bedeutenden Leipziger Fotografieszene
- Neue Sachlichkeit – Charakteristisches Werk dieser wichtigen Kunstströmung
- Provenienz – Galerie am Sachsenplatz, Leipzig
- Sehr guter Zustand – Fast 100 Jahre altes Negativ, professionell vergrößert
- Inkl. Rahmen – Galerierahmen aus der Zeit um 1970
Thematische Relevanz
Die Wiederentdeckung von Fotografinnen der Weimarer Republik ist ein wichtiges Anliegen der aktuellen Fotografiegeschichtsschreibung. Künstlerinnen wie Lotte Gerson-Collein, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen, werden heute neu bewertet und gewürdigt.
Ihre Arbeiten zeigen, dass Frauen maßgeblich an der Entwicklung der modernen Fotografie beteiligt waren – eine Tatsache, die in der traditionellen Kunstgeschichte oft übersehen wurde.
Versand
Versand auf Anfrage – aufgrund der Rahmung und des historischen Werts wird ein sicherer, versicherter Versand individuell organisiert.
Ein seltenes Zeugnis der fotografischen Avantgarde der Weimarer Republik – kunsthistorisch bedeutsam, technisch meisterhaft, provenienzgesichert.
